Gustav Mahler Komponierhäuschen
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Besuchen Sie das Gustav Mahler Komponierhäuschen im Sommer 2026
Das Komponierhäuschen, in dem Gustav Mahler einige seiner bedeutendsten Werke schuf, öffnet seine Türen wieder vom 8. Juli bis 28. August 2026 – jeweils mittwochs und freitags von 15:00 bis 17:00 Uhr.
Montag den 13. und 20. 07. sind Zusatztermine von 15:00-17:00.
Bitte beachten Sie, dass kein Parkplatz direkt am Komponierhäuschen vorhanden ist.
Für eine entspannte Anreise finden Sie hier eine detaillierte Wegbeschreibung: Wegbeschreibung.
Planen Sie Ihren Besuch frühzeitig. Die Führungen werden druch den Tourismusverein Toblach organisiert und sind kostenlos.
Wir freuen uns darauf, Sie an diesem besonderen Ort der Musikgeschichte willkommen zu heißen!
Mahler und das Komponierhäuschen
In den Sommermonaten nutzte Gustav Mahler die Gelegenheit, sich neben seinen Aufgaben als Dirigent und Operndirektor dem Komponieren zu widmen. Als lärmempfindlicher Mensch suchte er nach größtmöglicher Ruhe, die er häufig in kleinen, abgeschiedenen Arbeitshäuschen fand. Diese waren meist einfache Holz- oder Steinhütten von nur wenigen Quadratmetern, ausgestattet mit einem Klavier. Ein solches Häuschen bezog er erstmals im Jahr 1894 in Steinbach am Attersee. Ein weiteres entstand 1900 in einem Waldstück bei Maiernigg am Wörthersee, unweit des Südufers, wo Mahler im selben Jahr den Bau einer Villa in Auftrag gab. Der Tod seiner älteren Tochter Maria Anna, genannt Putzi, im Juli 1907 veranlasste die Familie Mahler, Maiernigg zu verlassen und die Villa im darauffolgenden Jahr zu verkaufen. Kurz darauf, im Juni 1908, wählte das Ehepaar Mahler einen großen Bauernhof, den Trenkerhof in Altschluderbach (Toblach), als ihr neues Feriendomizil.
Dort lebten Alma und Gustav Mahler während der Sommermonate von 1908 bis 1910. Gustav Mahler benötigte nur wenige Gehminuten, um zu seinem dritten und letzten Komponierhäuschen zu gelangen.
Dies kam auch seiner neu auferlegten Lebensweise zugute, nachdem er im Juli 1907 von seinem Herzfehler erfahren hatte. Im Sommer 1908 drückte er sein Wehklagen in einem Brief an Bruno Walter aus: „Ich hatte mich seit vielen Jahren an stete kräftige Bewegung gewöhnt. […] An den Schreibtisch trat ich nur, wie ein Bauer in die Scheune: um meine Skizzen in Form zu bringen.“Gustav Mahlers Holzhütte lag in einem kleinen Waldstück, von dem aus er einen herrlichen Blick über das Pustertal zum Ratsberg, Aufkrichen und Niederdorf genießen konnte. Vollkommen geschützt von der Außenwelt fühlte sich Gustav Mahler dort jedoch nicht. Ein Brief an Alma Mahler vom 5. Juli 1910 belegt dies: „Also die munteren Landbewohner sind wieder all[e] vereint. […] Ich zweifle gar nicht daran, daß sie mir demnächst auch in mein Waldhäuschen folgen werden, wenn ich dorthin ziehe.“
Trotz allem komponierte Gustav Mahler im Sommer der Jahre 1908 und 1909 die Symphonie Das Lied von der Erde.
Anfang September schrieb er an Bruno Walter: „Ich war sehr fleißig […]. Mir war eine schöne Zeit beschieden und ich glaube, daß es wohl das Persönlichste ist, was ich bis jetzt gemacht habe.“ Außerordentlichen Fleiß bewies Gustav Mahler auch beim Komponieren der Neunten Symphonie. Im Juni 1909 reiste Alma Mahler mit Tochter Anna, genannt Gucki, für vier Wochen in den Kurort Levico. Dies verschaffte Gustav Mahler die nötige Ruhe, um Das Lied von der Erde abzuschließen.
Am 1. April 1910 schrieb er aus New York an Bruno Walter: „Die Reinpartitur meiner IX. ist fertig.“Gustav Mahler gestattete sich keinen Aufschub und begann im Juli mit der Arbeit an einer Zehnten Symphonie. Sein Komponierhäuschen betrat er zwischen dem 6. und 17. Juli. Alma Mahlers Brief an Walter Gropius vom 8. August verrät, dass Gustav Mahler seine Arbeiten an der Zehnten Symphonie wiederaufnahm, nachdem die geheime Liebesbeziehung zwischen Alma und Walter Gropius aufgedeckt worden war und dieser am 6. August Toblach verlassen hatte: „Heute ist der erste Tag – an – dem Gustav [wieder] in sein kleines Arbeitshaus gegangen ist.“ Gustav Mahlers Vertrauen war jedoch gestört, wie Alma Mahler erinnerte: „Jeden Tag musste ich ihn jetzt aus seinem Arbeitshaus zum Essen holen. Ich tat das sehr vorsichtig, denn in dem Übermaß seiner Angst, er könne mich verlieren, lag er oft auf dem Erdboden der Hütte und weinte! Denn so, sagte er, sei er der Erde näher.“ Gustavs Mitteilungen an seine Frau in diesen Tagen bestätigen ihren Eindruck: „Komm, banne die finstern Geister, sie umklammern mich, sie schleudern mich zu Boden. Bleib mir, mein Stab, komm bald heute, damit ich mich erheben kann.“
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