Das Komponierhäuschen

DAS KOMPONIERHÄUSCHEN DAMALS

Das Komponierhäuschen wurde wahrscheinlich 1907 erbaut. Leider kennt man den Namen des Zimmermanns nicht mehr.

Zur Zeit von Gustav Mahler war wohl ein Klavier (Marke unbekannt), ein Tisch, ein Stuhl und wahrscheinlich ein kleiner Ofen im Häuschen. Gustav Mahler Mahler ließ jeden Sommer drei Klaviere liefern, ein Stehklavier für das Komponierhauschen und zwei für denTrenkerhof, wobei eines für dort sicher ein Flügel war.
Von dieser Hütte aus konnte Mahler über das Pustertal ins Dorf Aufkirchen, nach Toblach im Osten und dahinter in Richtung des grasbewachsenen Ratsbergs und dem kahlen Gipfel des Toblacher Pfannhorns sehen.

Gustav Mahler schilderte selbst diesen Ort wie folgt:

“Es ist wundervoll, und die Abgeschlossenheit und Ruhe dieses Plätzchens erlaubt mir, mich wieder in gewohnter Weise einzuspinnen.”

“...Das Wetter ist beinahe ununterbrochen kalt, unfreundlich und regnerisch. Trotzdem sind oft schöne Momente. Ich mache, ob schön ob Regen täglich meinen Nachmittagsspaziergang nach Toblach...”


DAS KOMPONIERHÄUSCHEN HEUTE

Nach dem Tod Gustav Mahler war es eigentlich ein Wunder, dass diese Häuschen bestehen blieb. Unbeachtet im Wald und teils ungenutzt.
Es gibt Erzählungen, dass das Häuschen vom bischöflichen Institut Vinzentinum Bozen als Ferienlager im Sommer verwendet wurde. Anscheinend spielten Sie dort auch Tennis und Fussball im flachem Areal unterhalb der Hütte.

Lange wusste man nicht, dass diese schlichte Hütte eigentlich von grosser Bedeutung war. Eine kleine Holzhütte, wo Gustav Mahler Musikgeschichte schrieb.

Vielleicht ist es dem Toblacher Lehrer Heinrich Oberhammer zu verdanken, dass man den Wert dieser Hütte erkannte und versuchte die Geschichte rund um Mahler auf dem Grund zu gehen.
Es entstand ein Kontakt mit der Internationalen Gustav Mahler Gesellschaft Wien (IGGM).
1957 kam zu einer offiziellen Einweihung der Gedenktafel am Trenkerhof und es folgte die Anbringung der Ausstellung im Komponierhäuschen von Seitens der IGGM.

Das Mahler Komponierhäuschen wurden 1981 erstmal restauriert und öffentlich zugänglich gemacht.

Seit dem 30.11.1998 steht das Gustav Mahler Komponierhäuschen unter Denkmalschutz als "Sommerhaus beim Trenkerhof".

2022 wurde es zum 2. Mal nach strengen Denkmalschutzauflagen von der Firma Kaiser und Wolf sorgfältig restauriert. Die Restaurierungsarbeiten beinhalteten unter anderem eine aufwendige Trockenlegung, Schindeldacheinkleidung (nach Vorgabe eines alten Fotos aus dem Familienalbum Mahlers) und umfassende Restaurierung aller Fenster und Türen.

Der Fichtenwald von damals konnte leider nicht erhalten bleiben zum Schutz des Komponierhäuschens.

Heute wie einst steht das Komponierhäuschen am selben Ort.
Die jetzige Darstellung im Innenraum enthält kein Original. Die Ausstellung zeigt nur alte Gegenstände (Brille, Mütze,Bücher...), die versuchen ein realistisches Bild von Mahler beim Komponieren darzustellen. Wahrscheinlich war zu Mahlers Zeit ein Holzofen und ein Stehklavier im Innenraum.

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